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Chinesen im Deutschland im 19. Jahrhundert

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Rufus schrieb am 15.07.2011:
Ich komme aus China, und studiete Geschichte an der Uni. Jetzt lerne ich Deutsch. Und ich habe gehört, dass manche Chinesen im Hamburg lebten im späteren 19. Jahrhundert, obwohl die Nummer ist nicht groß. Können Sie diedes Thema zu mir erklären und einigen Ressourcen für dieses Thema empfehlen? Vielen Dank!
Vince schrieb am 01.01.1970:
Opiumhöhlen in Hamburg

In Hamburg betrug im Jahr 1910 die Zahl der in der Stadt gemeldeten Chinesen 207 Personen, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kurzzeitig sank und bis 1927 wieder auf 150 Personen anstieg. Die Chinesen kamen im Wesentlichen als Seeleute nach Hamburg und siedelten sich hauptsächlich im Chinaviertel auf St. Pauli an. Sie arbeiteten im Gastronomiebereich, betrieben Wäschereien oder arbeiteten im Hafen. In den 1920er Jahren war Hamburg neben Genua und Marseille wichtigster Umschlagplatz für den illegalen Drogenhandel in Europa. In einer Polizeimeldung vom 4. August 1921 wird folgendes ausgeführt:

Erinnerungstafel an das einstige Chinesenviertel in der Schmuckstraße
„Der Polizei ist bekannt, das sich in Hamburg eine Reihe von Opiumhöhlen befindet, in denen nicht nur die in Hamburg zahlreich weilenden Kulis und anderen Chinesen, sondern auch Japaner und Deutsche sich dem Genuß dieses Giftes hingeben. Der Polizei gelang es, zwei dieser gefährlichen Stätten ausfindig zu machen, und zwar Hafenstrasse 126 und Pinnasberg 77. Unter dem Deckmantel eines Grünwarengeschäftes beziehungsweise einer Wäscherei waren im Keller versteckt die Lasterhöhlen aufgeschlagen worden und erfreuten sich größten Zuspruchs. Bei der Überholung wurden in beiden Kellern etwa 50 Personen vorgefunden. Die Betreffenden lagen bereits im tiefsten Opiumrausch oder wurden opiumrauchend angetroffen. In beiden Opiumhöhlen wurde eine Anzahl Pfeifen, Opiumlampen und Opium selbst vorgefunden und beschlagnahmt. Gegen die Inhaber der beiden Opiumhöhlen ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Die Aufdeckung weiterer Lokale steht bevor.“

Noch in den 1930er Jahren soll es auf St. Pauli illegale Opiumhöhlen gegeben haben. Ab Mitte der 1930er Jahre unterlag die kleine chinesische Gemeinde Hamburgs verstärkt polizeilicher Observation. Im Rahmen der sogenannten "Chinesenaktion" am 13. Mai 1944 wurden die letzten in Hamburg verbliebenen 130 Chinesen verhaftet und für mehrere Monate in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel eingeliefert. Anschließend mussten die inhaftierten Chinesen im Arbeitserziehungslager Langer Morgen Zwangsarbeit leisten. Dies war das Ende des Chinaviertels in Hamburg.

Quelle: Wikipedia zum Thema Opiumhöhlen
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